logo

Pressemitteilung
Netzwerkgesellschaft – reloaded
Partizipation in der digitalen Welt und was der Journalismus damit zu tun hat

Frankfurt am Main, 09. Juni 2021 „Es darf keine Frage sein, die ausschließlich Erwachsene beantworten“, sagt Sandra Cortesi, wenn es darum geht, Wege zu mehr Partizipation Jugendlicher in der digitalen Welt zu entwickeln. Die Direktorin des Forschungsbereichs Youth and Media des Berkman Klein Center for Internet and Society, Harvard University, plädiert dafür, Jugendliche bei der Entwicklung von Konzepten und Modellen zur digitalen Partizipation miteinzubeziehen und die Lebenswelten und Bedürfnisse der Zwölf- bis 18jährigen weitaus stärker als bisher zu berücksichtigen.
Um die Herausforderungen einer Welt, in der Online und Offline immer stärker verschmelzen, zu bewältigen, Gefährdungen zu verstehen und zu bestehen sowie vor allem die digitalen Möglichkeiten und Chancen nutzen zu können, bedarf es mehr als der traditionell eingeforderten Medienkompetenz, sagt die Harvard-Wissenschaftlerin. Sie und ihr Team haben 17 Kompetenzfelder beschrieben, die „Digital Citizenship plus“ ausmachen – vom Grundverständnis der Computer-Arbeitsweise, über die Erstellung von Inhalten, dem Wissen um die Bedeutung von Daten bis zu Fragen des Kontexts, der Informationsqualität, des Rechts und der Sicherheit.

Wie Nutzerinnen und Nutzer mehr Wissen, Verständnis und Kompetenzen brauchen, um souverän und selbstbestimmt in der digitalen Welt agieren zu können, so muss auch der Journalismus neue Ideen und Konzepte finden, um relevant zu bleiben. „Das Nutzungsverhalten von Medienkonsumenten und -konsumentinnen ändert sich rasant und mit ihm die Geschäftsmodelle und Strukturen der Medienhäuser.“, sagt Anita Zielina. Wer allerdings, so die Medienmanagerin und Journalistin weiter, die als Director of Strategic Initiatives die Weiterbildungsangebote der Craig Newmark Graduate School of Journalism, City University New York verantwortet, „seine Nutzer und Kundinnen nicht in den Mittelpunkt seiner journalistischen Arbeit stellt, büßt Relevanz und, in Folge, wirtschaftliche Tragfähigkeit ein.”

Für Joachim Becker ist es gleichermaßen wichtig, die Bedürfnisse der Mediennutzerinnen und -nutzer in den Blick zu nehmen wie die Herausforderungen an den Journalismus. „Denn nur wer relevante und verlässliche Nachrichtenangebote in der Medienumgebung, in der er sich aufhält, findet, kann informiert sein“, so der Direktor der Medienanstalt Hessen. Und weiter: „Für den Journalismus heißt das, neue Formate, Erzählformen und Gesprächsangebote zu finden, die in die jeweiligen Medienumgebungen passen.“ Das diesjährige lpr-forum-medienzukunft verknüpfe deshalb Fragen der Medienkompetenz und Partizipation mit Fragen der journalistischen Entwicklung. „Wir wollen einen Beitrag leisten, damit die gesellschaftliche Selbstverständigung, so auch der Untertitel unserer Tagung, wieder gelingen kann“, führt der Direktor der gastgebenden Medienanstalt Hessen aus.

Sandra Cortesi, Direktorin des Harvard-Forschungsbereichs Youth and Media, eröffnet das lpr-forum-medienzukunft2021 mit ihrer Keynote „Souverän unterwegs in der digitalen Welt“ und diskutiert anschließend, wie Partizipation in der digitalen Welt zu verwirklichen ist, mit Hessens Kultusminister R. Alexander Lorz, der Soziologin Anna-Katharina Meßmer und der Lehrerin und ehemaligen Journalistin Kerstin Schröter. Anita Zielina geht in der zweiten Keynote des lpr-forum2021 der Frage nach „Das Sender-Empfänger-Prinzip funktioniert nicht mehr – was nun?“ und diskutiert über neue journalistische Ansätze, Relevanz und Zielgruppen mit Meinolf Ellers, Strategic Business Development, dpa Hamburg, dem Leiter der Online-Nachrichten-Redaktion ZDFheute, Frederic Huwendiek, und Steffi Dobmeier, stellvertretende Chefredakteurin und Leiterin Digitale Inhalte und Strategie der Schwäbischen Zeitung, Ravensburg.

Zudem wird der renommierte Kommunikationswissenschaftler Otfried Jarren (Universität Zürich und FU Berlin) die Anforderungen an Demokratie förderlichen politischen Weichenstellungen analysieren.
Die Wiener Digitalexpertin Ingrid Brodnig zieht das Fazit. Es moderieren Ingrid Scheithauer und Frederik Steen (Chat).
Das lpr-forum-medienzukunft ist eine Veranstaltungsreihe der Medienanstalt Hessen, die in ihren jährlichen Ausgaben seit 2009 sich mit den Veränderungen und Umbrüchen in Medien und Gesellschaft befasst, die das Internet und die Digitalisierung ausgelöst haben und weiter vorantreiben.
Die diesjährige Ausgabe findet als Hybridveranstaltung statt.

Zum kompletten Programm

Zu allen weiteren Informationen

lpr-forum-medienzukunft
Netzgesellschaft – reloaded
Wie die gesellschaftliche Selbstverständigung wieder gelingen kann

am Dienstag, 22. Juni 2021, 14 Uhr
Online aus und in der Evangelischen Akademie Frankfurt am Main

4811 Zeichen inkl. Leerzeichen

Eine Anmeldung ist dieses Jahr zwingend notwendig: info@lpr-forum-medienzukunft.de
Sie erhalten dann rechtzeitig den Link zur Online-Teilnahme.
Falls Sie vor Ort dabei sein möchten, lassen Sie uns dies bitte unbedingt wissen, da die Platzkapazitäten corona-bedingt stark begrenzt sind.

Gerne sind wir Ihnen behilflich, Interviewtermine mit Referentinnen und Referenten zu vereinbaren. Ein Presseclipping steht zur Verfügung.

Rückfragen an: Büro Ingrid Scheithauer | Zedernweg 5 | D-53340 Meckenheim |
Frau Carmen Jentzsch | Tel. 0171 556 82 57 | jentzsch@ingridscheithauer.de

Wenn Sie keine weiteren Informationen zum lpr-forum-medienzukunft mehr wünschen, schreiben Sie an abmelden@lpr-forum-medienzukunft.de. Wir löschen umgehend Ihre Daten.